Das Ehrenamt - von Wolfgang Wimmer

Vereine sind die tragenden Säulen des Gemeinschaftslebens, oftmals sogar die wesentlichen Eckpfeiler der Daseinsfürsorge. Sportvereine im sportlichen, Kulturverein in kulturellen, Musikvereine im musischen Bereich und die vielfältigen sozialen Gruppen halten Betreuungs- und Unterstützungsangebote bereit - kurzum Vereine sind durch ihre vielfältigen Angebote unverzichtbar, und dies nicht erst bzw. nur mit der aktuellen Flüchtlingswelle.

Einer Situation wie die der derzeitigen Flüchtlingssituation könnte und kann ohne die vielen ehrenamtlich Tätigen nicht einmal ansatzweise begegnet werden, beginnend an den Grenzübergängen, den Anlauf-, Registrierungs-, Verteilungsstellen bis hin in jede Stadt und Gemeinde – auch hier in der Marktgemeinde Meitingen - mit folgender Integration.

Jeder Vereinsverantwortliche kennt das Problem, für ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen geeignete Personen bzw. überhaupt jemanden dafür zu gewinnen.

Die Gründe für diese Schwierigkeiten liegen zu einem bestimmten Teil in den gestiegenen beruflichen Anforderungen und damit verbundenen Priorisierens im privaten Bereich. Aber zu einem großen Teil auch darin, die an die mit dem Amt verbundenen Anforderungen nicht erfüllen und diese Verantwortung nicht übernehmen zu wollen. Gerade in der verantwortungsvollen (und unter Umständen haftungsrechtlich bedeutenden) Position des Vorsitzenden gem. § 26 BGB ist diese Verantwortung nicht zu unterschätzen.

An der Spitze eines Vereines stehen sehr häufig besonders engagierte Menschen, die mit ihrem hohen, oft viele Jahre andauernden Engagement tätig sind.

Aber auch hier die vielen Betreuer, Trainer, hilfreiche Hände, die Vorstandschaft – sie alle halten unser Vereinsleben am Laufen. Dieses Vereinsleben bietet den Einwohnern unserer Marktgemeinde eine breite Palette verschiedener Betätigungsmöglichkeiten.

Unberücksichtigt lassen möchte ich hier die vielen als bekannt vorausgesetzten Vorteile, die über eine Zugehörigkeit zu einem Verein, gleich welcher Art, sich bieten - ganz zu schweigen von der hier geleisteten Kinder- und Jugendarbeit.

Mancher Vereinsverantwortlicher fühlt sich durch fehlende Unterstützung aus dem eigenen Verein, von Vorstandskollegen, aber auch seitens der Politik allein gelassen – oftmals ein Kritikpunkt, dass es einem Vereinsverantwortlichen seitens der Gesetzgeber und der mit der Umsetzung dieser Gesetze und Vorschriften Betrauten, schwer gemacht wird, vorhandenes Engagement zu verwirklichen, beispielsweise in der Organisation oder Abhaltung von (Vereins-) Festen. Aber auch die ständig steigenden Anforderungen an Vereinsverantwortliche in fachlicher Hinsicht - bloßes Engagement ist oftmals nicht ausreichend, Kenntnisse im Steuer- Vereins-, Sozialversicherungs-, Jugendschutzrecht, Personalwesen und Veranstaltungsmanagment, die zudem noch aktuell gehalten werden müssen, sind unabdingbar damit verbunden.

Dazu kommt, wie Eingangs schon erwähnt, aufgrund gestiegener beruflicher Anforderungen und Priorisierens im Privaten der Faktor "Familie und Zeit". Zeitliche Belastungen durch Familie und Beruf konkurrieren verstärkt mit ehrenamtlichem Engagement.

Was nun aber tun? Ehrenamtliches Engagement kommt aus einer inneren Veranlassung, einer Veranlassung für andere da zu sein, diesen zu helfen, zu unterstützen, zu handeln, für diese Verantwortung zu übernehmen.

Das es seitens der Politik keine Unterstützung gibt, ist nicht zutreffend. Zum einen werden seitens Kommune bzw. Landratsamt Förderungen in den verschiedenen Bereichen gewährt, zum anderen wurde gerade das Haftungsproblem von der Politik aufgegriffen mit dem Ehrenamtstärkungsgesetz und von der Bayerischen Staatsregierung mit der Bayerischen Ehrenamtsversicherung.

Bei der praktischen Unterstützung und Umsetzung geplanter Vorhaben ist die Kommune erster Ansprechpartner und bietet unbürokratische Hilfe. Sie steht den Vereinen hierbei auch in finanzieller Hinsicht zur Seite.

Und gerade die Kommunen, der Landkreis, die Bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung setzen sichtbare Zeichen für die Anerkennung dieser so wichtigen ehrenamtlichen Betätigung durch eine Sportlerehrung, die Ehrennadel des Landkreises Augsburg-Land, die Ehrennadel des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von Frauen in Männern im Ehrenamt und durch den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, landläufig als "Bundesverdienstkreuz" bekannt, der höchsten Auszeichnung, die unsere Republik vergeben kann.

Für den ehrenamtlich Tätigen ist Anerkennung und schon genug des Dankes, wenn er in ein lächelndes und glücklich, zufriedenes Gesicht blicken kann.

Vereine sind für eine Kommune unverzichtbare Partner, zur Bereicherung des kulturellen Lebens, in sozialen Bereichen, wesentliche Stütze bei der Bewältigung vielschichtiger kommunaler Angelegenheiten und Aufgaben und Säulen des Gemeinwohls. Ehrenamtliche sind in Bereichen tätig, in welchen sonst finanzielle Mittel aufgewendet werden müssten, so ist das ehrenamtliche Engagement wichtig für das soziale und gesellschaftliche Leben der Kommune.

Und sind es nicht die herausragenden Personen in den Vereinen, die dazu beitragen, den Ruf einer Kommune weit über die regionalen Grenzen hinaus zu tragen? Sie sind Werbeträger der Kommune, über sie wird überregional berichtet, was den Bekanntheitsgrad der Kommune erhöht.

Das Vereinsleben und Ehrenamt genießt in der Marktgemeinde einen hohen Stellenwert und im Schulterschluss arbeiten beide, Verein und Kommune, in vielen Bereichen eng zusammen. Als Ausdruck dessen ist das Ergebnis der Eröffnung der Meitinger Ballspielhalle zu sehen – unterstützt von kommunaler Seite, mit erheblichen logistischen und finanziellen Aufwendungen und befüllt mit Kreativität und Leben seitens der Vereine.

In Bayern engagieren sich, so Herr Ministerpräsident Horst Seehofer bei seiner Ansprache im Rahmen des „Ehrenamtsempfangs“ in Dillingen im September 2014, ca. 4 Mio. ehrenamtlich – bei (Stand 2013) über 12 Mio. Einwohnern. Ehrenamtliche erfüllen, so unser Ministerpräsident, einen Großteil von Arbeiten, die das Zusammenleben in Bayern erst möglich macht und tragen hier zu einem erheblichen Anteil dazu bei, das Bayern im Bereich des Ehrenamtes auf Platz 1 im Ländervergleich in der Bundesrepublik liegt. Sie (Ehrenamtliche) sind der Motor, der das gesellschaftliche Leben hier in Bayern am Laufen hält, in vielen Bereichen würde ohne sie nichts mehr gehen. Alle ehrenamtlich Tätigen sind ein Segen für unser Land, Ehrenamt bedeutet Solidarität mit den Menschen und füreinander Einstehen. Das ist das Fundament unserer Gesellschaft – so unser Ministerpräsident

Viele Menschen engagieren sich bayernweit ehrenamtlich – ihnen allen gebührt unser Dank und unsere Anerkennung. Sie alle leisten vorzügliche und über das Normalmaß hinausgehende Arbeiten mit bewusster Inkaufnahme von privaten Einschränkungen. Unser Dank gilt aber auch den Ehe-/LebenspartnerInnen, die das Engagement ihrer PartnerInnen unterstützen.


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